Weihnachtsbrief 2010


Nenzing, im Dezember 2010


Liebe Spender/innen!

Vom 12. – 14. November 2010 waren Eichers bei uns in Nenzing. Sowohl der Vortrag von Herrn Prof. DDr. Peter Eicher: „Durch Scheitern hindurch“ fand erfreuliche Beachtung als auch die Predigt von Frau Lisette Eicher vermochte die Zuhörer stark zu berühren.

Der in diesem Jahr gegründete Verein „Stern der Hoffnung, Österreich e. V. > Aidshilfe international“ lebt. Es finden sich Mitglieder und Spender und der Vereinsvorstand hat beschlossen, ab Jänner 2011 monatlich € 300,--an die Asserta (Konto für Löhne der Mitarbeiter/innen in den Werken) zu überweisen. Damit finanzieren wir den Lohn für Antonio, der als Projektleiter im LAR (liberdade com amore e respeito a vida – Freiheit mit Liebe und Ehrfurcht vor dem Leben) vorbildlich und erfolgreich arbeitet. Mit ihm ist die Leiterin des Gesamtwerkes Adriana. Im Werk werden 46 aidskranke Personen betreut. Antonio ist für die Therapie und für die individuelle Begleitung zuständig, Adriana ist Vorsitzende des ganzen LAR und muss sich um alle Belange der Mittelbeschaffung, die Arztbesuche bis zur Aufnahme, Schulung und Reintegration aller Patienten/innen kümmern. Elisa, eine wunderbare und geduldige Frau hilft seit 20 Jahren praktisch kostenlos mit. Die anfallenden Arbeiten von Gartenpflege, Aufbauten, Küche, Wäsche usw. werden von den Insassen selbst geleistet.

Ich denke, wir dürfen mit der Unterstützung dieses Projektes gut einverstanden sein. Wir werden vom Leben, den Veränderungen, Fortschritten, auch von Schwierigkeiten über unsere Homepage >sternderhoffnung.at< laufend berichten. Sie können sich also stets vergewissern, dass Ihre Spenden sinnvoll und effektiv eingesetzt werden.

Das Bemühen zur Erlangung eines Steuerbegünstigungsbescheides für die Absetzbarkeit der Spenden zieht sich doch mehr in die Länge, als wir zuerst meinten. Anfangs des neuen Jahres rechnen wir aber fest mit der Entscheidung des Finanzamtes Wien I/23; d. h. dass Ihre Spenden ab 2011 wirklich steuerlich Berücksichtigung finden können.

Zu einem noch offenen Termin im Mai/Juni 2011 werden wir Sie zur Generalversammlung einladen. Dort sind uns Ihre Vorschläge und Fragen wichtig, die Informationen an Sie werden umfassend und aktuell sein.

So bleibt mir vom „Stern der Hoffnung, Österreich“ aus für Ihr Wohlwollen, Ihre Mitgliedschaft im Verein und Ihre Spenden herzlich zu danken. Unterstützen Sie uns auch ideell, indem Sie vom „Stern der Hoffnung, Österreich“ weiter erzählen. Sagen Sie den Menschen, dass wirksame Hilfe aus dem Elend von Aids möglich ist und jedes Engagement fruchtbar zu werden verspricht.

Gesegnete Weihnachten und alle guten Wünsche für’s neue Jahr.

Oskar Summer

(Obmann des Vereins „Stern der Hoffnung, Österreich“)


Weihnachtsbrief Lisette Eicher 2010


Meine Lieben,
Tausende von Vögeln schnarren und pfeifen im Urwald des Horto florestal - und ganze Stämme von Kapuzineraffen spielen in ihm herum. Der tropische "Blumengarten" am nördlichen Höhenzug von São Paulo wirkt für die Luft des Ballungsraums mit den 20 Millionen Einwohnern wie eine gute Lunge. Im Geflecht von Lianen und Wurzeln tummeln sich zwischen den Brasilien-Hölzern bunte Vögel mit so schönen Namen wie Tucanuçu, Tico-Tico, Quero-Quero ("bitte-bitte") oder Bem-te-vi ("ich seh dich gut").
Kein Wunder, dass sich auch Einwanderer aus Deutschland im letzten Jahrhundert am Rand dieses Naturparadieses niedergelassen haben. Verblüfft war ich, dass die Straße, an der ich vor 22 Jahren im Norden von São Paulo abgesetzt wurde, den Namen meiner Heimatstadt trägt: Rua Sion. Die Einwanderer haben ihren Baustil, ihre Gartenkultur und ihre Kochkunst in diese Ecke von São Paulo eingepflanzt. Hier sind jene favelas unsichtbar, in denen 5 Millionen Stadtbewohner in der Misere von Gewalt, Erkrankung und Ausbeutung leben.
Nahe beim Horto florestal liegt das Haus des "Kleinen Prinzen Tim". Es ist zum Lebensgarten für Kinder geworden, die im Elend von AIDS und Armut von ihren Eltern und von der Gesellschaft verlassen worden sind. Vor wenigen Monaten kamen die sechsjährigen Zwillinge Aline und Adilson in das Haus des "Kleinen Prinzen". Scheu und nicht ohne Misstrauen auf dem Samtgrund ihrer Augen, stand Aline in den ersten Tagen abseits der Schar der Kinder, die sie begeistert empfangen hatten. Während Adilson nicht lange brauchte, um mitzuspielen, wurde Aline von den dunklen Farben ihrer inneren Bilder gequält. Die beiden hatten in der Tat in einem windigen und lärmigen Moco, in einem Verschlag aus schmutziger Pappe unter einer Autobahnbrücke, das Licht der Welt erblickt. Von Anfang an lebten sie auf offener Straße im betäubenden Duft von Ethanol und Autoabgasen - dem Müll und dem Lärm dort ausgesetzt. Schon vor der Geburt hatte sich der HI-Virus in ihrer Mutter eingenistet. Die junge Frau betäubte den Schmerz ihres Daseins mit Drogen. Sie hatte seit ihrer Kindheit nichts als Mangel und Missbrauch gekostet. Sie tauchte ab - in eine künstliche und tödliche Anästhesie. In einem ihrer hellsichtigen Momente übergab sie ihre Zwillinge einem Waisenhaus. Wenn sie eine Gelegenheit fände, wollte sie ihre Kinder auch wieder zu sich nehmen. Der Jugendrichter entzog ihr jedoch das Sorgerecht. Es fand sich ein Ehepaar, das die inzwischen Fünfjährigen adoptierte. Doch schon nach sechs Monaten erschien die neue Mama vor dem Richter, um ihm - entnervt - Alina zurückzugeben. Den Buben wollte sie behalten. Sie hatte keinen Zugang zur verletzten Seite ihres neuen Töchterchens finden können. Doch der Richter gestattete die Trennung der Geschwister nicht. Er vertraute Alina und Adilson unserem Kinderhaus "Kleiner Prinz Tim" an. Adilson macht sich durch seinen Spieltrieb und seine Anhänglichkeit immer beliebter. Ob auch Aline sich öffnen wird? Ob ihr Trauma abschmelzen kann? Wir wissen es nicht. Aber wir sehen, wie andere Kinder jeden Tag aufs Neue Alines Revolte zu umgehen und zu ignorieren wissen. Das macht Mut, mit Aline zusammen durch den Dschungel der Ängste zu gehen, tanzen zu lernen und Schlösser zu bauen, wo sie sich geschützt fühlt und lachen lernt.
Jetzt gehen Adilson und Aline zur Schule. Ihr Zauberreich aber ist die Küche. Sie sind unermüdlich, wenn sie Kuchen backen. Eier schlagen: Was für ein Vergnügen! Puderzucker und Mehl darunter mischen: Was für ein Spaß! Doch alles verblasst vor der Lust am Dekorieren mit der Sahne und dem Zuckergebäck. Die Nachbarn kennen noch immer die Kunst der Anisbrötchen und der Mailänderchen: Aline und Adilson möchten zu Weihnachten ganze Berge davon herstellen. Alle sollen von ihrem Glück essen.
Ich komme nie aus Brasilien zurück, ohne berührt zu sein von dem Leben, das in den Werken des "Stern der Hoffnung" aufblüht. Wir sehen die noch immer zunehmende Not von chronisch Erkrankten in der Misere. Aber wir teilen auch das aufkeimende Glück von Adilson und Aline und die alegría, diese trotzige Lebenslust, von vielen anderen. Solidarität macht es möglich, dass schutzlose Kranke eine Bleibe und eine sorgfältige Pflege finden, dass lang Verachtete im Sterben würdig begleitet werden und dass verlassenen Kindern ein Stern der Hoffnung aufgeht. Sehr viele Strukturen der sozialen Hilfe haben sich in den letzten zwanzig Jahren verbessert, weil einzelne Beispiele zeigten, dass es möglich ist, solidarisch zu sein und viele Marginalisierte in ein eigenständiges Leben zu begleiten. Ich kann Ihnen die Biskuits von Aline und Adilson nicht zusenden. Doch das Lachen und der Schatten ihrer Augen spricht für sich. Beides berührt den Kern der Menschwerdung.
Mit starkem Dank bleibe ich mit allen guten Wünschen für Sie und Ihre Lieben

Ihre
Lisette Eicher

14.11.2010 Caritassonntag 


Vorabendmesse am Samstag mit Predigt von Frau Lisette Eicher vom "Stern der Hoffnung"
Sonntag 9,00 Uhr Gottesdienst, mitgestaltet von Frauen und Männern der Pfarrcaritas, Bewohnern der WG-Sara und Predigt von Frau Lisette Eicher vom "Stern der Hoffnung".

Samstag, 13.11.2010


Nach der Vorabendmesse Lichtbildervortrag im Pfarrheim
mit dem Ehepaar Eicher.
"Neueste Informationen vom "Stern der Hoffnung".
Die Pfarrcaritas lädt ganz herzlich ein!

Freitag, 12.11.2010 um 20.00 im Pfarrheim


Vortrag: „Durch Scheitern hindurch“
mit Prof. DDr. Peter Eicher
am 12.11.2010 
 
Was haben die Bibel, Psychologie und Familienkonflikte miteinander zu tun?
Prof. DDr. Peter Eicher referiert auf Einladung des Katholischen Bildungswerks zum reizvollen Thema „Durch Scheitern hindurch – Familienkonflikte in psychologischer und biblischer Sicht“.

Das wirkliche Leben wird durch die Familiengeschichte geschrieben. Es braucht Zeit um zu verstehen, wie sich die inneren Bilder von den Eltern und die Erzählungen von den Vorfahren im eigenen Leben auswirken. Und es braucht Geduld, um Geschwisterkonflikte zu lösen und die eigene Beziehung aus fatalen Abhängigkeiten zu befreien.

Lebensgeschichten lesen sich gerade in Krisenmomenten wie Reifungsprozesse. Die biblische Perspektive zeigt, wie Scheitern nicht zwanghaft weitergehen muss. Sie setzt auf den Segen der Durcharbeitung der Konflikte „vor Gott“. Der Vortrags- und Gesprächsabend gibt Zeit, die eigene Lebensgeschichte im Spiegel der Mütter- und Vätergeschichten, der Geschwisterkonflikte und der Träume von der Versöhnung zu verstehen, wie sie sie die Bibel als den Anfang wahren Lebens erzählt.

Eintritt: Freiwillige Spenden für den Verein „Stern der Hoffnung“ von Lisette und Peter Eicher.

3.11.2010 Aktuelle Mitglieder- und Spenderinfo


Liebe Vereinsmitglieder!
Liebe Spenderinnen und Spender!

Die Gründung unseres Vereins "Stern der Hoffnung, Österreich <Aidshilfe international" zeigt
sich als richtig. Die bisherige Praxis legt uns nahe, alle - erklärte Mitglieder des Vereins und
Spenderinnen und Spender - jeweils zu informieren und gleichberechtigt zu werten.
Sollten Sie eine Mailadresse haben, die wir noch nicht kennen, wären wir um die Bekanntgabe
an uns dankbar (bitte an: oskars(at)gmx.at), weil wir auf diesem Weg Infos bedeutend
kostengünstiger und arbeitssparender weiter geben können.
Heute ein ganz herzliches Danke für die eingegangenen Spenden und auch im voraus für
jene Spenden, die uns bald erreichen. Ein Vergeltsgott von jenen, die Sie unterstützen.
Einladung: Am 12. 11. 2010 spricht Prof. DDr. Peter Eicher in Nenzing zum Thema: "Durch
Scheitern hindurch - Mütter-, Väter- und Familiengeschichten in der Psychologie der Bibel".
Am 13. 11. 2010 predigt Frau Lisette Eicher in der Vorabendmesse um 18,00 Uhr.
Anschließend wird uns das Ehepaar Eicher im Pfarrheim mit Lichtbildern vom "Stern der
Hoffnung" erzählen. (ca 19,00 Uhr).
Am 14. 11. 2010 predigt Frau Lisette Eicher um 9,00 Uhr in Nenzing und um 10,30 Uhr in
Gurtis.
Nützen Sie die Gelegenheit zu einer persönlichen Begegnung mit Frau und Herrn Eicher und
zu Informationen über den "Stern der Hoffnung" aus erster Hand.
Ganz liebe Grüße und eine gesegnete Zeit für Sie.
Summer Oskar ( Obmann des Vereins "Stern der Hoffnung, Österreich")

13.März 2010 


Flohmarkt am Samstag, den 13.03.2010 von 10.00 bis 17.00 Uhr
im Pfarrheim Nenzing
Der Erlös fließt zur Gänze dem Projekt "Stern der Hoffung" das sich in Brasilien um Aids-Kranke kümmert, zu!







Spendenkonto: RAIBA Walgau-Großwalsertal   IBAN: AT34 3745 8000 0103 4040      BIC: RVVGAT2B458